
Ehemalige militärische Anlagen - Kriegsgeschehen - Dokumente
In Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Landesamt
Bombentrichter - Zeugen der Vergangenheit
Während des zweiten Weltkrieges fanden auf Kiel zahlreiche Bombenangriffe der Alliierten statt, die hauptsächlich dem Marinehafen, den Schiffswerften, sowie den Rüstungsbetrieben galten. Den ersten Bombenangriff erlebte Kiel am 02.07.1940 , den letzten (den 90. Bombenangriff) in der Nacht vom zweiten auf den dritten Mai 1945. Die Zahl der auf Kiel abgeworfenen Kampfmittel beläuft sich auf etwa 1,5 Mio Bomben unterschiedlichster Art: Sprengbomben: 43.500
Durch den Abwurf dieser Bomben wurden in Kiel etwa 18.560 Gebäude zerstört oder stark beschädigt:
Wohngebäude: 18.100
Zahlreiche Bomben fielen aber nicht nur auf bebautes Gebiet, sondern auch in Grünanlagen und Waldgebiete. Zwar sind die Bombentrichter, die in den Grünanlagen enstanden sind, mittlerweile verfüllt worden und somit nicht mehr erkennbar, aber in den Waldflächen innerhalb des Kieler Stadtgebietes sind die Bombentrichter noch nahezu unverändert erhalten und sind heute Zeugen der Vergangenheit - Relikte des Kriegs, der Zerstörung... Im Dezember 2009 fand eine erste detaillierte Suche, Kartierung und Auswertung dieser Relikte im Projendsdörfer Gehölz statt. Insgesamt wurden hier 139 Bombentrichter gefunden und vermessen.
Die Größe der Punkte stellt den Durchmesser der Bombentrichter dar, die hier zwischen 5,0 und 19,5 m betragen. Die Tiefe der Bombentrichter variiert zum einen entsprechend dem Durchmesser, zum anderen der jeweiligen Bodenart. Bomben die im weichen Untergrund, oder in tieferer geografischer Lage detoniert sind, haben sich vermutlich innerhalb kürzester Zeit mit Wasser gefüllt. Die im Durchmesser kleineren Bombentrichter haben eine Tiefe zwischen 0,2 und 1,0 m. Die im Durchmesser größeren Bombentrichter haben eine Tiefe zwischen 1,1 und 3,0 m. Kleine hellgrüne Punkte waren als Bombentrichter nicht eindeutig zu bestimmen.
Im Düsternbrooker-Gehölz wurden 55 Bombentrichter kartiert. Die Größe (Durchmesser) liegt zwischen 2,2 und 12,5 m, die Tiefe zwischen 0,1 und 1,6 m. Kleine hellgrüne Punkte waren als Bombentrichter nicht eindeutig zu bestimmen.
Übersicht der kartierten Bombentrichter im Düsternbrooker-Gehölz (Karte:Opensource)
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