Ehemalige militärische Anlagen - Kriegsgeschehen - Dokumente
In Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Landesamt

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Noch heute prägen Überreste ehemaliger Flugabwehr - und Scheinwerferstellungen, Bunkeranlagen und andere Militärisch genutzte Einrichtungen einen Teil unseres Landes. Während nach über 60 Jahren noch viele Bunkeranlagen in Kiel zu sehen sind, geraten die zahlreichen militärischen Verteidigungsanlagen im Kieler Umland langsam in Vergessenheit. Die Natur hat hier ihren Weg gefunden und diese Standorte mit Bäumen, Sträuchern und Gewächsen überwuchert. Oftmals befinden sich diese, meist gesprengten Anlagen, abseits der Zivilisation, fernab von Wegen und Siedlungen.Mit ihrem Marinehafen, der Rüstungsindustrie und dem Munitionsdepot war Kiel während des zweiten Weltkrieges eine militärisch sehr bedeutende Stadt und somit Ziel von Bombardierungen feindlicher Luftstreitkräfte. Allein für die Stadt Kiel gab es von Kriegsbeginn im September 1939, bis zum Kriegsende im Mai 1945 über 600 Mal Fliegeralarm.

Die Mehrzahl der Luftschutzbunker, Stollen - und Flugabwehranlagen die sich im direkten Stadtgebiet befanden, wurden im Sommer 1945 von der englischen Besatzungsmacht gesprengt. Nur wenige dieser Anlagen sind heute noch erhalten. Die Flak- und Scheinwerferstellungen wurden gesprengt, restlos demontiert, ein Großteil dieser Flächen wurde mittlerweile überbaut.Auf dem Kieler Umland sind heute jedoch noch eine Vielzahl von Überresten der Flugabwehrstellungen zu finden. Auch hier wurden Waffen und Geräte von der Besatzungsmacht demontiert, abtransportiert und schließlich zerstört. Nur wenige der Militärisch genutzten Bunker sind hier noch in einem intakten Zustand, werden teilweise Zivil genutzt, oder sind gegen unbefugten Zugang gesichert.Weitgehend unbekannt sind hingegen die zahlreichen Abstürze deutscher und feindlicher Flugzeuge. Die Bomber und Jagdflugzeuge stürzten auf landwirtschaftliche Flächen, in Gewässer, oder in das Kieler Stadtgebiet. Bis heute werden noch viele Flugzeuge und deren Besatzung als vermißt geführt, ihre Absturzorte und ihr Schicksal als unbekannt. Man hat nie wieder etwas über ihr Schicksal erfahren...

Diese Website dokumentiert die im heutigen Zustand befindlichen Militärischen Einrichtungen, deren betonierte Zeugen noch immer mahnend aus der Erde ragen, sowie die Absturzorte vieler Flugzeuge, in denen zahlreiche Menschen ihren Tod fanden. Ein Teil unserer Heimatgeschichte ist im wahrsten Sinne des Wortes "greifbar", zum Anfassen nahe...Mit meinen vierzig Jahren habe ich selbst vom Krieg nichts mitbekommen, außer von den Erzählungen vieler älterer Menschen, durch die zahlreichen Medien, und nicht zuletzt durch meine jahrelange Recherche über dieses Thema. Mein erstes "Erlebnis" zum Thema "Krieg" hatte ich als kleiner Junge im Alter von vielleicht sieben oder acht Jahren. Zu dieser Zeit gab es noch keine Farbfernseher die, im Gegensatz zu heute, das zu sehende in Farbe wiedergeben und damit begreiflicher machen. Damals zeigte das Fernsehen einmal pro Woche die Sendung "The world at war - Die Welt im Krieg". Berichte und Filmaufnahmen des zweiten Krieges; Bombenangriffe, zerstörte Häuser und Fahrzeuge, tote Städte und in einem sinnlosen Krieg getötete Menschen, Männer, Frauen und Kinder. Das alles in schwarz-weiß. Ich sah den Krieg in schwarzweiß. Viele Jahre lang. Bis ich begriff, mir bewußt wurde, das die Menschen den Krieg in Farbe miterlebt und überlebt haben. Außer diesen Menschen kann sich niemand von uns vorstellen, sich niemand in diese Lage dieser Menschen in dieser Zeit versetzen. So wie wir heute unsere Umwelt wahrnehmen, so nahmen diese Menschen den Krieg wahr. Der Krieg war in Farbe... Ich kann nur jedem empfehlen sich von älteren Menschen ihre Erlebnisse erzählen zu lassen, ihnen gut zuzuhören. Viele ältere Menschen sind gerne dazu bereit, oftmals sogar froh darüber, jemanden gegenüber zu haben der sich endlich, nach sechzig Jahren, für ihre Geschichte interessiert.

Mit dem Fortschreiten des Kriegsgeschehens in Europa, wurde auch Schleswig-Holstein immer häufiger in Kriegshandlungen verwickelt. Das nördlichste Bundesland war aufgrund seines relativ schmalen Landstreifens ( zwischen Husum und Eckernförde nur ca. 54km) von den Feindmaschinen als Luftweg für die Angriffe auf östliche und südöstliche Ziele genutzt. Man nahm damals einen längeren Weg zum Zielgebiet über den schmalen Landstreifen Schleswig-Holsteins in Kauf, um der Gefahr von ortsfesten Flugabwehranlagen im Reichsgebiet aus dem Wege zu gehen. In der Regel benötigten die Bomber und Jäger der westlichen Feindmächte für das Überfliegen unseres Bundeslandes nur wenige Minuten. Der Beschuß durch die zahlreichen Flak-Batterien war zu Beginn des Krieges noch verhältnismäßig gering, Abstürze kamen durch Granattreffer selten vor. Aber die Wehrmacht rüstete ihre Verteidigungsanlagen schnell auf. Vor allem Kiel war mit dem Marinehafen stark gefährdet. Mit dem Eingreifen der amerikanischen Luftstreitkräfte nahm die Bedrohung aus der Luft rapide zu. Schleswig-Holstein wurde immer öfter als "Notweg" genutzt und auch Ziel von Bombenangriffen. Ab 1942 hatte man die Flugabwehr fast vollständig mit den 10,5cm - und 12,8cm - Geschützen ausgebaut. Unter den Besatzungen der feindlichen Bomber und Jagdflugzeugen wurde vor allem der Luftraum über Kiel als "Weg durch die Hölle" gefürchtet. Die Verteidigungsanlagen waren Tag und Nacht einsatzbereit und die Erfolge der Mannschaften an den Geschützen und Scheinwerfern häuften sich, die Zahl der Abschüsse nahmen immer mehr zu.


Nils Hempel, im Dezember 2004

 



 

 

 

 


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