Ehemalige militärische Anlagen - Kriegsgeschehen - Dokumente
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Die Wirkungsweise der Flak

 

Die 8,8cm-Flak - auch "achtacht" genannt - verschoß eine Granate mit einem Gewicht von 8,16kg. Ursprünglich war diese Flak für die Flugabwehr, also gegen Luftziele entwickelt. Im Verlaufe der Kriegsjahre wurde sie aber immer häufiger als Angriffswaffe gegen feindliche Erdziele wie z.B. gepanzerte und ungepanzerte Fahrzeuge, Geschütze und Befestigungsanlagen im Frontgebiet eingesetzt und war beim Gegner durch ihre zerstörende Wirkung sehr gefürchtet. Bei den Marine-Flak-Abteilungen wurde sie, als Verteidigungswaffe, nur in den ersten Kriegsmonaten und Jahren verwendet und dann durch größeren und stärkeren 10,5cm - und 12,8cm-Flak ersetzt.


Wirkungsweise


Die Wirkung der eingesetzten Flak gegen Luftziele hing von der Bedienung und dem Kommandogerät 36 - der Feuerleitanlage - ab. Die Rechenanlage des Kommandogerätes verarbeitete die erfaßten Daten die aus der bisherigen Flugroute und Flughöhe des Flugzeuges hervorging. Sie lieferte dann entsprechende Daten in Form von Höhen - und Seitenrichtzahlen. Hierdurch errechnete sich die Flugzeit der Granaten und die damit zusammenhängende  Zündereinstellung. Für diese Einstellungen gab es die Zünderstellmaschine, in der die Granaten mit dem Zünder kopfüber hineingestellt und der Uhrwerkzünder automatisch eingestellt. Aus der Zündereinstellung ergab sich der Zeitpunkt - und somit auch die Flughöhe - in dem die abgeschossene Granate zur Explosion gebracht wurde. Bei der Detonation wird die Granate in ca. 1500 Splitter zerlegt, die sich mit höher Geschwindigkeit in alle Richtungen verteilen. Ein Flugzeug das sich weniger als 10m entfernt vom Detonationspunkt befand, wurde hierdurch so stark beschädigt das es meist zum Absturz kam. Selbst bei einer Entfernung von 180m konnte ein Flugzeug noch schwer beschädigt werden. Der extrem hohe Luftdruck bei der Detonation der Granate entstand, konnte ebenfalls schwerwiegende Folgen für das Flugzeug - und zuletzt für die Besatzung - haben.

Die Flakbatterien bestanden in der Regel aus jeweils vier Geschützen, die elektrisch so gesteuert und gezündet wurden, das sie synchron die Granaten abfeuerten und diese so in der Luft plazierten, daß die vier Granaten in einem Umkreis von ca. 55m vom Zielpunkt gleichzeitig explodierten.

Um ein in 4000m Höhe befindliches Flugzeug zu bekämpfen, benötigten die abgefeuerten Granaten etwa 6 Sekunden. In dieser Zeit legte das Flugzeug etwa 480m zurück. Die Kanoniere mußten also Vorhalten. Die entsprechende Daten lieferte das Kommandogerät. Von der Zielerfassung bis zur Detonation der Granaten vergingen, dank der Technik und dem Zusammenspiel der Flak-Besatzung, etwa 21 Sekunden. 10 Sekunden für die Zielerfassung durch das Kommandogerät, 5 Sekunden für die Zündereinstellung und Laden der Geschütze, sowie 6 Sekunden für das Zurücklegen der abgefeuerten Granaten bis zum Zielpunkt. Eine gut eingespielte Mannschaft erreichte eine Schußfolge von 5 Sekunden. Allerdings war dieser Ablauf so kräftezehrend, das man es nicht länger als zwei Minuten durchhielt.

 

Granatsplitter einer Flak im Maßstab 1:1

 

 

 

Das Foto oben zeigt den heftigen Beschuß durch die Flak auf amerikanische B-17 Bomber. Deutlich zu erkennen sind die schwarzen Pulverwolken der detonierten Granaten. Für die Flugzeugbesatzungen war der Flug über dem Feindgebiet oftmals ein Spießrutenlauf mit tödlichen Folgen.Vor allem kurz vor dem Abwurfziel der Bomben mußten die Flugzeuge minutenlang exakt ihren Kurs und die Flughöhe beibehalten. Unter dem heftigen Flakfeuer bedeutete dies direkt in eine Wand aus explodierenden Granaten zu fliegen. Da die Flugzeuge überwiegend aus Aluminium bestanden und in dichten Pulks von bis zu eintausend Maschinen zusammengefasst flogen, war die Wahrscheinlichkeit getroffen zu werden extrem hoch. Die Granatsplitter schlugen in die Flugzeuge ein wie in Butter. Eine Panzerung gab es in der Regel nicht. Die Fensterscheiben bestanden aus bis zu mehreren Zentimeter starken Plexiglas. Bei einem Treffer zersplitterten diese Kunststoffscheiben nicht so sehr wie normales Glas.Die Verglasung der Pilotenkanzel war besonders stark und somit gegen Splitterwirkung relativ sicher. Der Detonation einer Granate in unmittelbarer Nähe der Scheiben, oder ein direkter Treffer von Bordmunition, konnten sie aber nicht standhalten. Die Pilotensitze hatten nur an der Rückenlehne eine Stahlplatte um von der Rückseite einigermaßen geschützt zu sein

 

 



 

 

 

 


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