Einweihung


Memorial of Wellington   Z1292

Am Sonnabend den 06.10.2007 fand unter Beteiligung geladener Gäste die Einweihung des Gedenksteins, zur Ehren der gefallenen Besatzung der Wellington Z1292, in Wildenhorst, Geminde Rastorf, Kreis Plön statt. Besonders bewegend war die Teilnahme der Familienangehörigen des Heckschützen Flt.Sgt. Frank Sumner. Aus Tasmanien/Australien nahm die Tochter von Frank Sumner Mrs. Jean Linton, aus England die Witwe seines Bruders Mrs. Patricia Sumner, sowie der Großneffe Mr. Dean Sumner, an der Einweihung und Kranzniederlegung teil. Durch den Repräsentanten der Royal Air Force, Squadron Leader Ross Allan, wurde ebenfalls ein Kranz am Gedenkstein in Wildenhorst niedergelegt.

 


            

Das Zusammentreffen von Frau Irmgard Petersen mit den Familienangehörigen von Flt.Sgt. Frank Sumner war ein weiterer und sehr bewegender Moment. Frau Petersen, die damals als kleines Mädchen die brennende Wellington Z1292 auf sich und ihr Elternhaus zufliegen sah, erzählte mit Tränen von ihren Erinnerungen an die Nacht des 30.11.1941 . "Die Männer haben uns das Leben gerettet !" Mrs. Jean Linton und Mrs. Patricia Sumner hörten Frau Petersen Erinnerungen, " Ich konnte mindestens drei Mann von der Besatzung vorn im Cockpit sehen !", tief bewegt zu. Wäre der Bomber, der zum Zeitpunkt als Frau Petersen ihn auf das Elternhaus hat zukommen sah und nur noch eine Flughöhe von etwa zehn Metern hatte, durch eine schnelle Kursänderung des Piloten nicht rechtzeitig ausgewichen, wäre die über 13 Tonnen schwere Maschine direkt in das Haus gestürzt.

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Pastor Walter Schroedter aus Raisdorf sprach während der Einweihung einige Worte die Nachdenklich machen:

"Liebe Rastorfer, liebe Gäste,
liebe Initiatoren für diesen Gedenkstein und besonders liebe Gäste aus England / Great Britain und Australien,
es ist eine Ehre für mich, dass ich hier ein paar Worte sprechen darf. Zum einen ist es wertvoll, wenn Menschen sich erinnern, wenn sie ganz bewußt mit ihrer Vergangenheit leben, möglichst wenig verdrängen und die Geschichte aufarbeiten, um freier in die Zukunft sehen zu können und schlimme Fehler vermeiden lernen. Zum anderen ist es ein Augenblick tiefer Achtung vor Angehörigen zu stehen, die in einem Krieg Opfer zu beklagen haben, einen Menschen verloren haben. Das Besondere bei dem Geschehen, an das heute erinnert wird, ist, dass der Pilot das Leben seiner Crew retten wollte, plötzlich ein Gehöft vor sich sah, es schützen wollte, überflog und dann mit seiner Mannschaft ums Leben kam. Eine Tragik, die die Sinnlosigkeit des Krieges deutlich macht und letztlich auch jeglicher Demagogie von Feindbildern. Dafür reichen die Worte nicht aus, die tiefe Achtung gegenüber Opfern und Angehörigen auszudrücken. Dank Auszusprechen und Versöhnung zu beschwören, reicht nicht. Vielleicht aber kann die Erinnerung an manch alte Geschichte etwas von der Tiefe dieser Entscheidung im Augenblick einer schnell geschehenden Katastrophe andeuten und die Weite des Geschehens für unser Bild von Menschlichkeit. In der biblischen Geschichte von Ninive verschon Gott die Stadt, wie er immer Menschen - auch wenn sie sich schuldig gemacht hatten - in die zukunft half. Und später im Leben Jesu ist die Liebe zum Nächsten - ob Freund oder Feind - zu einem Maßstab geworden, welchen Wert wir für uns selber und im Miteinander haben. Seitdem ist jedes Recht, das Menschen für sich in Anspruch nehmen, sei´s auch noch so ideologisch verkündet, hohl und nichtig, wenn wir es nicht ebenso dem Nächsten zuerkennen und gewähren. So möchte ich mit zwei neutestatmentlichen Texten, die ich auf Englisch und Deutsch kopiert habe, voller Ehrfurcht vor den Angehörigen an die Grundlagen unseres Menschenbildes erinnern: aus den Abschiedreden Jesu im Johannesevangelium und aus der Bergpredigt Matthäus 5 die Seligpreisungen, die ich nun in englischer Sprache lese..."

 

  
  

 

Meinen ganz besonderen Dank an folgende Personen die an der Errichtung des Gedenkortes und dem Ablauf der feierlichen Einweihung beteiligt waren:

Wilfried Dibbern (Bürgermeister), Christian Janshen (Landeigentümer), Eberhard Bors (Stifter des Gedenksteins), Graf Kuno Rantzau (organisierte den Transport, Stiftung der Feldsteine), Rainer Brammer (für die Baggerarbeiten), Firma Schlüter aus Wellsee (für die Anfertigung der Gedenktafel), Freiwillige Feuerwehr Rosenfeld für das Bereitstellen des Stromaggregates, Pastor Schroedter (für die Rede), den Musikern für die musikalische Begleitung, sowie Frau Dibbern und ihren Helferinnen für das Essen im Feuerwehrgerätehaus Rosenfeld. Nicht vergessen möchte ich die britische Botschaft in Berlin und der Royal Air Force für die Absendung und Teilnahme von Squadron Leader Ross Allen !