Oppendorf
Boeing B-17 #42-3494

Am 04. Januar 1944 erfolgte durch amerikanische Verbände ein Großangriff auf Kiel, bei dem (laut Kriegstagbuch) etwa 500 - 600 Flugzeuge zum Einsatz kamen. Der Flakalarm wurde durch "Einflug starker Feindverbände ab 10.40 Uhr in die Deutsche Bucht ausgelöst." Gegen 11.00 Uhr erreiche die Verbände die Westküste bei Trischen, drehen zum Teil in den Raum Rendsburg - Neumünster und greifen Kiel ab 11.30 Uhr von Süden her an. Die anderen Verbände drehen in den Raum Schleswig und greifen Kiel um 11.40 Uhr aus nordwestlicher Richtung an. Ein dritter Verband, der aus dem Raum südlich Neumünster eingeflogen ist, dreht in den Raum Plön - Hohwachter Bucht und greift Kiel um 12.20 Uhr aus südöstlicher Richtung an. Von 12.10 Uhr bis 12.20 Uhr steht ein weiterer Großverband im Raum Schleswig - Rendsburg und greift Kiel ab 12.20 Uhr von Süden her an. Die von der Flak gemessene Flughöhe der Feindverbände lag bei 7000 - 8500m, die Geschwindigkeit wurde mit 400- 450km/h gemessen.
Während des Angriffes wurden neben roten Leuchtmarkierungen auch Staniolfolie (schwarzes, graues, weißes Papier mit Staniolbelag) angeworfen. Die Marinflak bekämpfte sämtliche, den Flakbereich durchfliegende Feindmaschinen mit so genannten Ziel,- Funkmessortung,- Sperr,- und Planfeuer der schweren Flak, einzelnde Maschinen mit Zielfeuer der mittleren und leichten Flak.
Von den angreifenden Maschinen werden im Raum Schleswig-Holstein, laut Eintragungen im Kriegstagebuch, von der Marineflak 12 und von der deutschen Luftwaffe durch Jäger weitere 12 Flugzeuge abgeschossen. Besonders Vermerkt wurde die Tatsache, dass erstmalig feindlicher Jagdschutz bis nach Kiel beobachtet wurde.
Eines der durch die Marineflak abgeschossenen Flugzeuge fliegt in geringer Höhe aus Richtung Heikendorf über Schönkirchen Höhe Mühlenstraße an der Kirche vorbei und zerschellt schließlich im Waldgebiet der Gemeinde Oppendorf. Die gefallene Besatzung und die Trümmer dieser Maschine wurden von einem Bergungstrupp des Fliegerhorstes Kiel-Holtenau geborgen, die Leichen am 08.01.1944 auf dem Kriegsgräberfriedhof in Kiel beigesetzt.

Die Besatzung der B-17F 42-3494 vor einer anderen Maschine.
Aluminum- und Plexiglasfragmente und ein Haken von einem Fallschirmgurt
Schweres Edelstahlblech unbekannter Verwendung
Baugruppenteil der Enteisungs- oder Heizungsanlage
Die kleine Messingscheibe stammt von einem B-5 Driftmeter

Dieser Wartungsklappe aus Aluminium befand sich an einer der Triebwerksverkleidungen

Am Absturzort wurde der Überrest einer Armbanduhr (rechts) geborgen, die eines der Besatzungsmitglieder getragen hat.

