Tüttendorf
Page Hampden AE430

| Absturzdatum | 30.11.1941 | Crew |
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| Absturzzeit | 21.31 Uhr | Sgt. C. J. H. Blunt, Grablage Kiel War Cemetery: CG.2.A.19-20 | |
| Absturzursache | Unbekannt | Sgt. A.H. Gee, Grablage Kiel War Cemetery: CG.2.A.19-20 | |
| Flugzeugtyp | Page Hampden I | Sgt. L.G. Manning, Grablage Kiel War Cemetery: CG.2.A.19-20 | |
| Seriennummer | AE430 | Sgt. E. Waller, Grablage Kiel War Cemetery: CG.2.A.19-20 | |
| Rufzeichen | UB-M | ||
| Besatzung | 4 Mann (4KIA) | ||
| MACR | - | ||
| Einheit | 455. Squadron | ||
| Startflugplatz | Swinderby (England) | ||
| Startzeit | 16.52 Uhr | ||
| Herkunftsland | GB |
In der Nacht zum 01.12.1941 führten 34 Flugzeuge der Royal Air Force einen Angriff auf Kiel durch, von denen 20 Maschinen in die Flakzone und 6 Maschinen in die Bombenabwurfzone eindringen konnten. Bei diesem Angriff wurden, neben Spreng- und Brandbomben, auch Flugblätter am Kieler Standrand und den benachbarten Landkreisen abgeworfen. In den Stadtteilen Kiel - Ellerbek und Kiel - Elmschenhagen verursachen die Bomben jedoch nur Gebäudeschäden.
In der Zeit von 20.00 - 21.30 Uhr fliegen 18 feindliche Maschinen in Front Sylt - Dithmarscher Bucht, 10 feindliche Maschinen von 20.15 - 22.20 Uhr in Front Flensburg - Laaland, sowie von 21.50 - 23.10 Uhr 6 Maschinen aus dem Raum Hamburg - Lübeck, zum Angriff auf Kiel. Weitere 5 Feindmaschinen durchfliegen die Lübecker und Kieler Bucht aus dem Raum Stralsund - Rügen. Die Marineflak identifiziert die einfliegenden Flugzeuge als "Vickers Wellingtion" und "Handley Page Hampden". Zur Abwehr dieser Maschinen starten aus Schleswig 3 Flugzeuge vom Typ Me-110 um 20.00 Uhr, 20.10 Uhr und 20.30 Uhr. Mehre Feindmaschinen werden von den Scheinwerferbatterien erfasst und durch die Marineflak beschossen.

Nur wenige hundert Meter von Tüttendorf entfernt stürzt die Besatzung der Handley Page Hampden AE430 mit ihrer Maschine um 21.31 Uhr auf einer Wiese ab. Noch in der Nacht wird der Absturzort abgesperrt. Das Bergungskommando, das neben den Flugzeugtrümmern auch die Leichname der Besatzung barg, fand zwischen den Trümmern eine Armbanduhr, mit der Gravur "924208", die später als die von Sgt. L.G. Manning identifiziert wird. Neben den detaillierten Angaben der Marineflak und des Bergungskommandos, sind die am Absturzort geborgenen und indentifizierten Trümmerteile ein wichtiger Beweis, der dazu führt, dass der Absturzort dieser Besatzung eindeutig zugeordnet werden kann.
Die Verteilung der Flugzeugtrümmer an diesem Absturzort weicht von den bisher kartierten Fundstellen anderer Absturzorte dadurch ab, dass sich in diesem Fall der Absturzort in unmittelbarer Nähe von einem Entwässerungsgraben befindet. Der Graben wurden in den letzten Jahren verbreitert und der Aushub auf der dahinter befindlichen Fläche verteilt. Somit wurden auf der östlichen Seite nur vereinzelte, kleine Trümmerteile gefunden.
Die Trümmer der hier abgestürzten Maschine haben sich auf einer Fläche von 11500 Quadratmeter verteilt. Die Fundkonzentration befindet sich in wenigen Metern Entfernung vom heutigen Graben. Es wurden bei der Kartierung alle Fundstücke per GPS gespeichert, deren Lage mehr als 0,5 Meter von einander entfernt war. Hierbei wurden ca. 1000 Fundstücke geborgen, von denen etwa 3% für eine Bestimmung tauglich sind.

