Brammer
Bf 110G-4 (Werknummer 140042)

Anmerkung:
Mit freundlicher Genehmigung des norddeutschen Fernsehen (NDR), konnten die Bildausschnitte "Bild1 - Bild3", aus dem NDR-Beitrag "Der Todesflug der Me 110 - Rätsel um drei Wehrmachtsflieger" hier veröffentlicht werden. Der Autor des Film-Beitrages ist Christoph Lütgert. Erstsendung des Beitrages: 23.05.1997.

Nur wenige Minuten nach ihrem Start vom Flugplatz Schleswig stürzte die Bf 110, durch irrtümlichen Beschuß der deutschen Heimatflak, in der Nähe von Brammer auf einem Feld ab. Die dreiköpfige Besatzung hatte keine Möglichkeit sich mit ihren Fallschirmen zu retten. Vermutlich hatte die Maschine noch keine ausreichende Flughöhe erreicht, um mit dem Fallschirm das abstürzende Flugzeug zu verlassen. Brennend bohrte sich die Bf 110 mit ihrer Besatzung beim Aufschlag etwa 4 -5m tief in den weichen moorigen Boden. Einer der zwei Propeller schlug etwa 100m weiter entfernt auf und steckt im Boden. Der Bergungstrupp der Wehrmacht hatte damals offenbar keine Zeit das tief im Erdreich befindliche Flugzeugwrack und die Besatzung zu bergen. Man füllte schlichtweg die mitgeführten Särge mit Erdreich statt mit den Leichen der gefallenen Soldaten, vermutlich um bei der später folgenden Beisetzung die Särge mit Gewicht zu füllen. Den Angehörigen der Gefallenen wurde dies jedoch nicht mitgeteilt - und mit dieser Tatsache begaben sich die Angehörigen jahrzehntelang an leere Gräber. Erst 57 Jahre später, im Jahr 1997 wurden durch eine zivile Bergungsgruppe die Trümmer der Bf 110, und durch Mitarbeiter der Kriegsgräberfürsorge die Leichen geborgen. Die sterblichen Überreste der Gefallenen wurden später auf der Kriegsgräberstätte in Hamm beigesetzt .Während der Bergungsarbeiten wurden, neben den sterblichen Überresten der drei Besatzungsmitglieder, auch zahlreiche persönliche Gegenstände aufgefunden, wie z.B. ein Medaillon (Bild1), eine deformierter Ehering, sowie zwei Brieftaschen und alle drei Erkennungsmarken, mit denen die Soldaten, über die deutsche Dienststelle (WASt) in Berlin, eindeutig identifiziert werden können.
Nachdem die Trümmer der Maschine geborgen und abtransport wurden untersuchte ein Experte einen der zwei Motoren (Bild 3). Hierbei konnte festgestellt werden, das sich am Motorblock zahlreiche Spuren für einen Flakbeschuss erkennbar sind. Neben den Einschlagkerben befindet sich sogar einer der Granatsplitter im Motorblock. Einer der Propellerblätter wurde für das Denkmal zur Verfügung gestellt das sich heute in der Nähe der Absturzstelle, kurz vor der Gemeinde Brammer, befindet.

Links (Bild2) der untersuchte Motor, rechts (Bild 3) ein Fallschirmgurtschloss eines der Besatzungsmitglieder

Das Denkmal (mit dem Propellerblatt) an der Straße kurz vor Brammer
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